Wärmepumpentrockner oder Kondenstrockner? Welcher Trockner sich für dich wirklich rechnet

Maurice Lange
• 7 Min. Lesezeit •
Zwei weiße Trockner mit Handtüchern in der Trommel nebeneinander in einem hellen Hauswirtschaftsraum mit Holzregalen, Pflanzen und Wäschekorb
Titelbild KI generiert

Zusammenfassung

  • Für fast alle Haushalte ist der Wärmepumpentrockner die bessere Wahl. Er braucht laut Umweltbundesamt etwa 73 bis 97 kWh für 100 Trockengänge, ein älterer Trockner ohne Wärmepumpe rund 340 kWh.

  • Bei 160 Trockengängen im Jahr kostet das mit Wärmepumpe etwa 40 Euro Strom, ohne Wärmepumpe bis zu 200 Euro.

  • Ein Kondenstrockner trocknet pro Ladung meist etwa eine Stunde schneller und verträgt kühle Räume besser.

  • Seit dem 01.07.2025 gelten in der EU strengere Regeln für neue Trockner. Neue Geräte sind deshalb fast nur noch mit Wärmepumpe zu finden, im Helpify-Shop ausschließlich.

  • Einen funktionierenden alten Trockner musst du nicht sofort ersetzen. Es lohnt sich vor allem, wenn du viel trocknest und dein Gerät sehr alt ist.

Wer einen neuen Trockner sucht, landet fast immer bei der Frage, ob es ein Wärmepumpentrockner sein muss oder ob ein Kondenstrockner reicht. Von außen sehen beide gleich aus, sie stehen am gleichen Platz und brauchen keinen Abluftschlauch. Der Unterschied steckt im Inneren, und er macht sich vor allem auf der Stromrechnung bemerkbar.

Wir erklären dir, wie die beiden Bauarten arbeiten, was sie im Alltag unterscheidet und wann sich der höhere Preis eines Wärmepumpentrockners für dich rechnet.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmepumpentrockner und Kondenstrockner?

Beide Trockner blasen warme Luft durch die nasse Wäsche. Die Luft nimmt dabei Feuchtigkeit auf und wird danach abgekühlt, damit das Wasser kondensiert und in einen Behälter oder über einen Schlauch in den Abfluss läuft. Bis hierhin funktionieren beide gleich.

Der Kondenstrockner heizt die Luft mit einem Heizstab auf, ähnlich wie ein Föhn. Nach dem Abkühlen muss er sie jedes Mal wieder neu erhitzen, und die Wärme, die er beim Abkühlen abgibt, geht als Abwärme in den Raum. Das kostet viel Strom. Die Trockenluft wird dabei je nach Modell 70 bis 80 Grad heiß.

Der Wärmepumpentrockner arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank, nur andersherum. Ein Kältemittel nimmt die Wärme aus der feuchten Luft auf und gibt sie an die trockene Luft wieder ab, bevor sie zurück in die Trommel strömt. Die Wärme bleibt also im Kreislauf, statt verloren zu gehen. Weil er mit rund 50 Grad deutlich kühler trocknet, braucht er länger, geht dafür aber schonender mit der Wäsche um. Als Kältemittel nutzen die meisten aktuellen Modelle laut Umweltbundesamt Propan (R290), das kaum zum Treibhauseffekt beiträgt.

Der Ablufttrockner ist eine dritte, inzwischen selten gewordene Bauart. Er leitet die feuchte Luft über einen Schlauch nach draußen und braucht deshalb ein Fenster oder einen Mauerdurchbruch in der Nähe.

Wärmepumpentrockner und Kondenstrockner im Vergleich

Der größte Unterschied liegt beim Strom. Ein Wärmepumpentrockner kommt mit etwa einem Viertel bis einem Drittel der Energie aus, dafür läuft er länger. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte nebeneinander.

WärmepumpentrocknerKondenstrockner
Strom für 100 Trockengängeca. 73–97 kWhca. 340 kWh (älteres Gerät)
Stromkosten pro Jahr (160 Trockengänge)ca. 40 €bis ca. 200 €
Dauer Baumwolle schranktrockenoft 3 bis 3,5 Stundenrund 2 Stunden
Temperatur der Trockenluftca. 50 °Cca. 70–80 °C
Aufstellortam besten in beheizten Räumen, laut vielen Anleitungen ab ca. 5 °Cauch in kühlen Räumen, gibt Wärme an den Raum ab
PflegeFlusensieb, dazu Filter oder Wärmetauscher, wenn er sich nicht selbst reinigtFlusensieb und Kondensator
Energieklasse neuer GeräteA–Eneu kaum noch erhältlich
Kaufpreis im Helpify-Shopab ca. 550 €nicht im Sortiment

Die Strom- und Kostenwerte stammen vom Umweltbundesamt und gelten für 30 bis 36 Cent pro Kilowattstunde. Die Trockenzeiten beruhen auf Herstellerangaben für das Standardprogramm Baumwolle und schwanken je nach Modell und Beladung.

Dass es kaum noch neue Kondenstrockner gibt, hat einen Grund. Seit dem 01.07.2025 gelten in der EU strengere Ökodesign-Regeln für neue Trockner, dazu kam ein neues Energielabel mit den Klassen A bis G. Die EU-Kommission schreibt selbst, dass die Regeln den Verkauf von Wärmepumpentrocknern zulasten weniger effizienter Technik beschleunigen sollen. Geräte, die schon vorher im Handel waren, dürfen allerdings noch abverkauft werden.

Wann sich ein Wärmepumpentrockner rechnet

Rechnen wir mit den Werten des Umweltbundesamts. Ein Wärmepumpentrockner spart gegenüber einem Gerät ohne Wärmepumpe rund 250 kWh pro 100 Trockengänge. Bei 160 Trockengängen im Jahr und 33 Cent pro Kilowattstunde sind das etwa 130 Euro im Jahr. Selbst wenn der Wärmepumpentrockner 200 bis 400 Euro mehr kostet, hast du den Aufpreis nach zwei bis drei Jahren wieder drin. Trocknest du nur 50 Mal im Jahr, sparst du rund 40 Euro, und es dauert entsprechend länger.

Für die meisten Haushalte ist die Sache damit klar. Es gibt aber ein paar Situationen, in denen du genauer hinschauen solltest.

  • Trockner im kalten Keller oder in der Garage. Ein Wärmepumpentrockner braucht eine gewisse Raumtemperatur, damit die Wärmepumpe effizient arbeitet. Wird es im Winter sehr kalt, trocknet er langsamer oder die Wäsche bleibt feucht. Schau in die Bedienungsanleitung, viele Hersteller geben dort einen Bereich von etwa 5 bis 35 Grad an.
  • Du trocknest nur selten. Wenn der Trockner nur ein paar Mal im Monat läuft, fällt die Ersparnis kleiner aus. Ob sich ein Trockner für dich überhaupt lohnt, haben wir in Trockner oder Wäscheleine gegenübergestellt.
  • Dein alter Kondenstrockner läuft noch. Das Umweltbundesamt rät davon ab, ein funktionierendes Gerät vorschnell zu ersetzen. Ein Austausch lohnt sich vor allem bei Kondenstrocknern, die viel laufen und in einer schlechten Energieklasse sind. Ist dein Gerät kaputt, hilft dir unser Reparaturrechner bei der Entscheidung, und in Trockner reparieren oder neu kaufen findest du weitere Anhaltspunkte.

Was viele beim Wärmepumpentrockner unterschätzen, ist die Pflege. Setzt sich Flusenstaub im Wärmetauscher fest, braucht er länger und mehr Strom. Wie du ihn sauber hältst, erklären wir in Trockner-Kondensator reinigen.

Wärmepumpentrockner von Bosch, Siemens, Miele, AEG und Samsung im Überblick

Alle großen Hersteller bieten Wärmepumpentrockner an und geben ihren Funktionen eigene Namen. In der Praxis ähneln sie sich oft. Die Übersicht beruht auf den Produktangaben der Hersteller.

HerstellerBezeichnungenWas dahintersteckt
BoschAutoDry, selbstreinigender Kondensator, SmartDryTrocknet nach Restfeuchte statt nach Zeit, Wärmetauscher ohne Reinigen, Programm passend zur Waschmaschine
SiemensautoDry, selbstreinigender Kondensator, intelligentDryWie bei Bosch, das Trockenprogramm stimmt sich mit der Waschmaschine ab
MieleEcoDry, PerfectDry, SteamFinishGleichbleibend sparsam durch Flusenfilter vor dem Wärmetauscher, Trocknung auf den gewünschten Trockengrad, Dampf gegen Falten
AEGProSense, AbsoluteCare, SensiDryLaufzeit passend zur Beladung, schonende Trocknung für Wolle und Outdoorkleidung, Trocknen mit niedriger Temperatur
SamsungOptimal Dry, Hygiene CareSensoren beenden das Programm, sobald die Wäsche trocken ist, Programm mit hoher Temperatur gegen Keime

In der Grundausstattung liegen die Marken nah beieinander. Für deine Entscheidung zählen vor allem die Energieklasse, die Lautstärke und ob sich der Wärmetauscher selbst reinigt. Genau darauf haben wir bei der Auswahl für den Helpify-Shop geachtet.

Wärmepumpentrockner von Bosch und Siemens im Helpify-Shop

Im Helpify-Shop führen wir ausschließlich Wärmepumpentrockner von Bosch und Siemens. Wenn du bisher einen Kondenstrockner von Miele, AEG oder einer anderen Marke hattest, findest du hier die gleichen Grundfunktionen, vom Feuchtesensor bis zum selbstreinigenden Kondensator. Drei Modelle zeigen gut, was es in den verschiedenen Preisklassen gibt.

Drei Wärmepumpentrockner von Bosch und Siemens aus dem Helpify-Shop

Der Bosch Serie 8 WRB247C40 ist unser meistverkaufter Trockner und erreicht Energieklasse A. Der Siemens iQ700 WQ46B2D41 ist mit 56 dB(A) besonders leise und passt gut, wenn der Trockner im Bad oder in einer offenen Wohnung steht. Wer vor allem auf den Preis schaut, bekommt mit dem Siemens iQ300 WT43HV04 für 556 Euro einen Wärmepumpentrockner mit 8 kg und Feuchtesensor. Er liegt in Energieklasse D und braucht damit etwas mehr Strom als die Modelle der Klassen A und B. Alle weiteren Modelle findest du in der Übersicht Trockner und Waschtrockner.

Planst du den Kauf rund um den Black Friday, findest du in Trockner kaufen vor dem Black Friday Tipps, wie du echte Angebote erkennst und worauf es bei Fassungsvermögen, Energielabel und Lautstärke ankommt.

Wenn du nicht sicher bist, welcher Trockner zu deinem Haushalt passt, hilft dir unser Produktberater weiter. Bei Fragen zu Maßen, Lieferung oder Anschluss ist unser Helpify Support für dich da.

FAQ

Was ist besser, Kondenstrockner oder Wärmepumpentrockner?

Für die meisten Haushalte der Wärmepumpentrockner. Er braucht nur etwa ein Viertel bis ein Drittel des Stroms und spart bei 160 Trockengängen im Jahr bis zu rund 160 Euro. Ein Kondenstrockner trocknet schneller und kommt mit kalten Räumen besser zurecht, ist neu aber kaum noch erhältlich.

Welche Nachteile hat ein Wärmepumpentrockner?

Er braucht pro Ladung länger als ein Kondenstrockner und kostet in der Anschaffung meist etwas mehr. Außerdem arbeitet er in sehr kalten Räumen schlechter, und der Wärmetauscher sollte regelmäßig sauber sein, wenn er sich nicht selbst reinigt.

Wie viel Strom braucht ein Wärmepumpentrockner pro Ladung?

Nach den Werten des Umweltbundesamts sind es etwa 0,7 bis 1 kWh. Bei 33 Cent pro Kilowattstunde kostet eine Ladung damit rund 25 bis 35 Cent.

Darf man einen Kondenstrockner noch kaufen?

Ja. Die strengeren EU-Regeln seit dem 01.07.2025 gelten nur für Geräte, die neu auf den Markt kommen. Was vorher schon im Handel war, darf weiter verkauft werden, die Auswahl ist aber deutlich kleiner geworden.

Heizt ein Kondenstrockner den Raum auf?

Ja, ein Teil der Wärme landet im Raum. In einem kleinen Bad kann es deshalb spürbar warm werden. Lüfte nach dem Trocknen kurz, damit sich keine Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt.


Bei diesen Informationen handelt es sich (nur) um Vor- und Ratschläge. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit übernommen werden. Nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten an mit Netzspannung betriebenen Elektrogeräten können schwere gesundheitliche Schädigungen und/oder hohe Sachschäden hervorrufen. Arbeiten an einem Gerät während der Garantiezeit können zum Verlust des Garantieanspruchs führen. Bitte vor der Anwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig lesen. Bei Fragen setz dich bitte mit dem Hersteller in Verbindung.


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