Daunenjacke waschen: So bleibt sie flauschig – mit Waschmaschine und Trockner

Lara • 5 Min. Lesezeit •
Dunkelblaue Daunenjacke liegt auf einer Arbeitsplatte, im Hintergrund ein Trockner
Titelbild KI generiert

Zusammenfassung

  • Wasch deine Daunenjacke bei 30 Grad im Schon-, Woll- oder Daunenprogramm mit Daunenwaschmittel und schleudere mit höchstens 400 bis 600 Umdrehungen.

  • Trockne sie danach im Trockner bei niedriger Temperatur mit zwei bis drei Tennisbällen. Die Bälle lockern die Daunen, damit nichts verklumpt.

  • Lass Weichspüler und normales Vollwaschmittel weg. Weichspüler verklebt die Daunen, die Enzyme im Vollwaschmittel greifen sie an.

  • Ein- bis zweimal im Jahr waschen reicht. Dazwischen hilft Lüften, Flecken am Kragen tupfst du mit einem feuchten Schwamm ab.

  • Häng die Jacke erst in den Schrank, wenn sie komplett trocken ist. Restfeuchte in den Kammern riecht schnell muffig.

Der erste richtig kalte Morgen im Oktober, und du holst die Daunenjacke aus dem Schrank. Am Kragen sieht man noch den Winter vom letzten Jahr, und an den Ärmeln ist sie platter als in Erinnerung. Also ab in die Waschmaschine? Genau da zögern viele, weil sie Angst haben, dass hinterher nur noch ein Klumpen Federn in einer nassen Hülle steckt.

Die Angst ist berechtigt, aber unnötig. Mit dem passenden Programm, dem richtigen Waschmittel und einem Trockner wird die Jacke wieder sauber und genauso flauschig wie vorher. Wie das Schritt für Schritt geht und welche Fehler du dir sparen kannst, erklären wir dir hier.

Warum verklumpen Daunen beim Waschen?

Daunen wärmen, weil sich ihre feinen, verzweigten Ästchen aufplustern und dazwischen Luft halten. Werden sie nass, fallen sie in sich zusammen und kleben aneinander. Das ist erst mal normal. Zum Problem wird es nur, wenn die Daunen in diesem Zustand trocknen. Dann bleiben harte Klumpen in den Ecken der Kammern, am Kragen und am Saum, und an den leeren Stellen frierst du.

Dazu kommen zwei Dinge aus dem Waschmittelfach. Normales Vollwaschmittel enthält Enzyme (Proteasen), die Eiweißflecken lösen und dabei auch die Daunen angreifen. Weichspüler legt einen Film auf die feinen Ästchen, sodass sie verkleben. Daunenwaschmittel hat keine Proteasen und ist leicht rückfettend, deshalb lohnt sich die extra Flasche.

Daunenjacke in der Waschmaschine waschen: Schritt für Schritt

Die meisten Daunenjacken vertragen die Waschmaschine gut. Schau zuerst aufs Pflegeetikett. Steht dort ein Waschbottich mit Hand, wäschst du von Hand (siehe unten). Was die Symbole sonst bedeuten, erklären wir dir in unserem Artikel zu den Waschsymbolen.

  1. Vorbereiten: Leere alle Taschen, schließ Reißverschlüsse und Druckknöpfe und dreh die Jacke auf links. Einen abnehmbaren Fellkragen nimmst du vorher ab.
  2. Allein waschen: Die Jacke kommt ohne andere Wäsche in die Trommel. Die Maschine sollte mindestens 6 kg fassen, für dicke Mäntel besser 7 bis 8 kg, damit sich die Daunen bewegen können.
  3. Waschmittel: Nimm Daunenwaschmittel und dosiere nach Packungsangabe, eher sparsam. Weichspüler bleibt im Schrank.
  4. Programm: Wähl das Daunen-, Woll- oder Schonprogramm bei 30 Grad.
  5. Extra spülen: Stell einen zusätzlichen Spülgang ein. Waschmittelreste lassen die Daunen sonst zusammenkleben.
  6. Sanft schleudern: Höchstens 400 bis 600 Umdrehungen pro Minute.
  7. Vorsichtig rausnehmen: Nasse Daunen sind schwer. Heb die Jacke mit beiden Händen aus der Trommel und wring sie nicht aus, sonst können Nähte und Kammerwände reißen.

Ohne Waschmaschine geht es auch. Weich die Jacke etwa eine Stunde in lauwarmem Wasser mit Daunenwaschmittel ein, spül sie gründlich mit kaltem Wasser aus und lass sie kurz abtropfen. Wie du andere empfindliche Outdoor-Kleidung wäschst, liest du in unserem Artikel Funktionswäsche richtig waschen.

Daunenjacke im Trockner trocknen: So wird sie wieder flauschig

Der Trockner ist bei Daunen kein Risiko, sondern die beste Methode. Die Bewegung in der Trommel lockert die Daunen, während sie trocknen. Mach vorher das Flusensieb sauber, damit die Luft gut durchzieht. Wie das geht, steht in unserem Artikel Trockner reinigen.

  • Programm und Temperatur: Schonprogramm mit niedriger Temperatur. Viele Pflegeetiketten erlauben 40 bis 60 Grad, mehr sollte es nicht sein.
  • Tennisbälle: Leg zwei bis drei saubere Tennisbälle oder Trocknerbälle mit in die Trommel. Sie klopfen die Klumpen auseinander.
  • Zwischendurch aufschütteln: Nimm die Jacke alle 20 bis 30 Minuten heraus, schüttel sie kräftig und zupf Klumpen mit den Fingern auseinander.
  • Geduld: Mehrere Durchgänge über ein paar Stunden sind normal. Im Waschsalon mit großen Trocknern geht es oft in 1 bis 2 Stunden.
  • Fertig ist sie erst, wenn sie komplett trocken ist: Drück die dicksten Stellen am Kragen und an den Schultern zusammen. Fühlt sich innen noch etwas kühl oder klamm an, kommt sie noch einmal rein.

Ohne Trockner dauert es 24 bis 72 Stunden. Leg die Jacke flach auf einen Wäscheständer, nicht in die pralle Sonne und nicht direkt auf die Heizung. Schüttel sie etwa alle zwei Stunden auf. Aufgehängt rutschen die nassen Daunen nach unten und bleiben dort hängen.

Die häufigsten Fehler beim Waschen von Daunenjacken

Kaputt geht eine Daunenjacke meist an Kleinigkeiten vor und nach dem Waschen.

FehlerWas passiertBesser so
Weichspüler ins FachDie Daunen verkleben und wärmen schlechterGanz weglassen
Normales VollwaschmittelDie enthaltenen Proteasen greifen die Daunen anDaunenwaschmittel ohne Enzyme
Mit anderer Wäsche waschenDie Daunen haben keinen Platz, Waschmittel wird schlecht ausgespültJacke allein waschen, Trommel ab 6 kg
AuswringenNähte und Kammerwände können reißenNur abtropfen lassen und sanft schleudern
Zu oft waschenJede Wäsche strapaziert die DaunenEin- bis zweimal im Jahr, dazwischen lüften
Noch klamm in den SchrankDie Jacke riecht muffigErst weghängen, wenn sie innen trocken ist

Für Mützen, Schals und Wollmäntel gelten teils andere Regeln. Die findest du in unserem Artikel über typische Fehler beim Waschen von Winterkleidung.

Wenn der Trockner nicht mehr richtig trocknet

Braucht deine Jacke auch nach vier, fünf Durchgängen noch ewig, liegt es oft am Gerät und nicht an den Daunen. Ein verstopftes Flusensieb oder ein zugesetzter Kondensator bremst jeden Trockner aus. Wie du beides sauber bekommst, liest du in unserem Artikel zum Trockner-Kondensator. Hilft das nicht, schau dir unseren Reparaturrechner an oder schreib unserem Support-Team. Wir sagen dir, ob sich eine Reparatur lohnt oder welcher neue Trockner zu deiner Wäsche passt.

FAQ

Kann ich eine Daunenjacke ohne Daunenwaschmittel waschen?

Notfalls ja, mit einem Fein- oder Wollwaschmittel ohne Enzyme. Auf der Packung sollte nichts von Proteasen stehen. Vollwaschmittel und Pulver sind tabu.

Darf ich eine Daunenjacke bei 40 Grad waschen?

Nur wenn das Pflegeetikett 40 Grad erlaubt. Sonst bleib bei 30 Grad, für eine normal verschmutzte Jacke reicht das.

Was mache ich, wenn die Jacke nach dem Trocknen klumpig ist?

Dann waren die Daunen noch nicht ganz trocken oder sind zu wenig bewegt worden. Gib die Jacke mit zwei bis drei Tennisbällen für einen weiteren Durchgang bei niedriger Temperatur in den Trockner und zupf die Klumpen danach mit den Fingern auseinander.

Muss ich die Daunenjacke nach dem Waschen imprägnieren?

Den Außenstoff nur, wenn Regen nicht mehr abperlt. Jacken mit wasserabweisend behandelten Daunen (oft „Hydro-Daune“ genannt) brauchen etwa alle vier bis fünf Wäschen eine neue Imprägnierung. Wie das in Waschmaschine und Trockner klappt, zeigen wir dir in Kleidung richtig imprägnieren.


Bei diesen Informationen handelt es sich (nur) um Vor- und Ratschläge. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit übernommen werden. Nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten an mit Netzspannung betriebenen Elektrogeräten können schwere gesundheitliche Schädigungen und/oder hohe Sachschäden hervorrufen. Arbeiten an einem Gerät während der Garantiezeit können zum Verlust des Garantieanspruchs führen. Bitte vor der Anwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig lesen. Bei Fragen setz dich bitte mit dem Hersteller in Verbindung.


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