So trocknest du Wäsche im Winter in der Wohnung, ohne dass es schimmelt

Zusammenfassung
Wäsche trocknen im Winter klappt auch in der Wohnung, wenn du sie in einen wenig genutzten, mindestens 17 Grad warmen Raum mit geschlossener Tür hängst und dort zwei- bis dreimal am Tag für 5 bis 10 Minuten weit offen lüftest.
Eine nasse Ladung kann bis zu 3,5 Liter Wasser an die Raumluft abgeben, gut geschleudert ist es deutlich weniger. Schleudere deshalb so hoch, wie es die Wäsche erlaubt.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 60 Prozent bleiben. Ein günstiges Hygrometer zeigt dir, wann du lüften musst.
Draußen trocknet Wäsche auch bei Frost, weil das gefrorene Wasser direkt verdunstet.
Ein Wärmepumpentrockner kostet bei 160 Trockengängen im Jahr etwa 35 bis 55 Euro Strom und nimmt der Wohnung die ganze Feuchtigkeit ab.
Sobald die Heizung läuft, wandert der Wäscheständer bei vielen ins Wohnzimmer oder neben das Bett. Draußen ist es zu kalt und zu feucht, und einen Trockner hat längst nicht jeder. Ein paar Tage später beschlagen morgens die Fenster, und irgendwann riecht es in der Ecke hinter dem Schrank leicht muffig.
Wäsche in der Wohnung zu trocknen ist trotzdem kein Problem, wenn du weißt, wohin das ganze Wasser eigentlich verschwindet. Wir erklären dir, worauf es im Winter ankommt und wann sich ein Trockner rechnet.
Warum Wäsche trocknen im Winter in der Wohnung heikel ist
Nasse Wäsche gibt ihr Wasser an die Raumluft ab, und das ist mehr, als man denkt. Eine tropfnasse Ladung von 4,5 kg kann bis zu dreieinhalb Liter Wasser freisetzen, gut geschleudert sind es immer noch etwa eineinhalb Liter. Zum Vergleich rechnet die Verbraucherzentrale bei einem Vier-Personen-Haushalt ohnehin schon mit rund 12 Litern Feuchtigkeit am Tag, allein durch Atmen, Kochen und Duschen.
Im Sommer fällt das kaum auf, weil die Fenster ohnehin oft offen stehen. Im Winter bleibt die Feuchtigkeit dagegen im Raum, und warme Luft kann eine Menge davon aufnehmen. Bei 20 Grad sind es rund 15 Gramm Wasser pro Kubikmeter, bei 0 Grad nur noch etwa 4 Gramm. Trifft die feuchte Zimmerluft auf eine kalte Außenwand oder eine Fensterscheibe, kühlt sie ab und gibt das Wasser dort wieder ab. Genau an diesen Stellen entsteht Schimmel, laut Verbraucherzentrale schon dann, wenn die Feuchte an der Wand über zwei Wochen bei 80 Prozent liegt.
Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume eine Luftfeuchte von 40 bis 60 Prozent. Steigt sie beim Wäschetrocknen dauerhaft darüber, wird es kritisch, vor allem in Altbauten mit schlecht gedämmten Wänden.
So trocknest du Wäsche in der Wohnung, ohne dass es feucht wird
Mit ein paar Gewohnheiten bekommst du das Wasser aus der Wäsche, ohne dass es sich in deinen Wänden festsetzt.
- Der richtige Raum. Am besten eignet sich ein Zimmer, das du wenig nutzt und dessen Tür du schließen kannst, damit die Feuchtigkeit nicht durch die ganze Wohnung zieht. Küche und Bad scheiden aus, dort ist die Luft schon feucht genug. Auch das Schlafzimmer ist eine schlechte Wahl, weil du dort nachts zusätzlich Feuchtigkeit abgibst. Der Raum sollte mindestens 17 Grad warm sein.
- Hoch schleudern. Jeder Tropfen, der in der Trommel bleibt, landet später nicht in der Luft. Laut Umweltbundesamt braucht es rund hundertmal mehr Energie, Wasser durch Wärme aus der Wäsche zu holen als durch Schleudern. Wenn deine Kleidung es verträgt, nimm 1.400 statt 1.000 Umdrehungen. Ob sie das tut, verraten dir die Waschsymbole auf dem Etikett.
- Richtig lüften. Zwei- bis dreimal am Tag die Fenster für 5 bis 10 Minuten ganz öffnen bringt mehr als ein Fenster, das den ganzen Tag gekippt ist. Gekippte Fenster kühlen vor allem die Wand drumherum aus, und genau dort schlägt sich die Feuchtigkeit dann nieder. Dreh die Heizung beim Lüften kurz runter und danach wieder hoch.
- Luftfeuchte messen. Ein Hygrometer kostet nicht viel und zeigt dir, ob die Luft im Raum zwischen 40 und 60 Prozent liegt. Klettert der Wert deutlich darüber, ist es Zeit zum Lüften.
- Abstand zur Außenwand. Stell den Wäscheständer nicht direkt an eine kalte Außenwand. Die Verbraucherzentrale rät ohnehin, Möbel 5 bis 10 cm von Außenwänden abzurücken, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
Weniger Wasser in der Wäsche fängt in der Waschmaschine an
Wie schnell deine Wäsche auf dem Ständer trocknet, entscheidet sich zu einem großen Teil schon in der Trommel. Zwei Dinge helfen dabei besonders.
- Die richtige Beladung. Ist die Trommel zu voll oder fast leer, verteilt sich die Wäsche beim Schleudern ungleichmäßig. Die Maschine bremst dann ab, um die Unwucht abzufangen, und die Sachen kommen nasser heraus. Waschmaschinen mit Mengenautomatik erkennen, wie viel in der Trommel liegt, und passen Wassermenge und Programm daran an. So bekommst du mit weniger Aufwand eine Ladung, die sich sauber ausschleudern lässt.
- Eine hohe Schleuderdrehzahl. Je schneller die Trommel dreht, desto mehr Wasser bleibt in der Maschine und desto weniger landet später in deiner Raumluft. Auf dem Energielabel zeigt das die Schleudereffizienzklasse. Klasse A steht für die geringste Restfeuchte, also für die trockenste Wäsche nach dem Schleudern.
Zwei Waschmaschinen, die dem Wäscheständer Arbeit abnehmen

Serie 8 Waschmaschine, Frontlader 9 kg max. 1400 U/min. WGB244040
789,00 €

iQ700 Waschmaschine, Frontlader 10 kg max. 1600 U/min. WG56B20T1
959,00 €
Die Mengenautomatik steckt zum Beispiel in der Siemens iQ500 Waschmaschine WG44G2Z22, bei Siemens heißt sie waterPerfect Plus. Dahinter steckt ein Beladungssensor, der zusammen mit einem Wasserzähler misst, wie viel Wasser in die Trommel läuft und wie viel davon die Wäsche aufnimmt. Daraus erkennt die Maschine, wie groß die Ladung ist, und gibt nur so viel Wasser dazu, wie sie wirklich braucht. Du musst also nicht selbst abschätzen, ob die Trommel halb oder ganz voll ist. Wer vor allem auf möglichst trockene Wäsche nach dem Schleudern Wert legt, ist mit der Siemens iQ700 Waschmaschine WG56B20T1 gut bedient. Sie schleudert mit bis zu 1.600 Umdrehungen und erreicht die Schleudereffizienzklasse A.
Wäsche im Winter draußen trocknen
Das klingt zunächst seltsam, funktioniert aber auch bei Frost. Das Wasser in der Wäsche gefriert, und das Eis geht anschließend direkt in Wasserdampf über, ohne vorher wieder zu tauen. Fachleute nennen das Sublimation. Am besten klappt es an trockenen, kalten Tagen, bei Nebel oder Schneeregen dauert es deutlich länger. Hol die Wäsche erst rein, wenn sie nicht mehr steif gefroren ist. Sonst taut das Eis in der Wohnung auf und die Feuchtigkeit landet doch wieder in der Raumluft.
Wann sich ein Trockner im Winter lohnt
Wer in einer kleinen Wohnung ohne ungenutztes Zimmer lebt oder mehrmals pro Woche wäscht, kommt mit dem Wäscheständer im Winter schnell an Grenzen. Ein Trockner nimmt der Wohnung die Feuchtigkeit komplett ab, kostet aber Strom. Wie hoch der Stromverbrauch eines Trockners ist, hängt stark von der Bauart ab. Die Werte unten beruhen auf Angaben des Umweltbundesamts für 160 Trockengänge im Jahr und einen Strompreis von 30 bis 36 Cent pro Kilowattstunde.
| Stromkosten pro Jahr | Feuchtigkeit in der Wohnung | Passt gut, wenn | |
|---|---|---|---|
| Wäscheständer drinnen | keine | bis zu 1,5 Liter pro geschleuderter Ladung | du einen freien Raum hast und regelmäßig lüftest |
| Wäscheleine draußen | keine | keine | es trocken und kalt ist, auch bei Frost |
| Wärmepumpentrockner | etwa 35 bis 55 Euro | keine | du oft wäschst oder wenig Platz hast |
| Älterer Trockner ohne Wärmepumpe | etwa 165 bis 195 Euro | keine, Ablufttrockner nur mit Schlauch nach draußen | ein Neukauf gerade nicht infrage kommt |
Der Unterschied zwischen den beiden Trocknerarten ist so groß, dass sich ein Wechsel bei einem alten Gerät oft nach wenigen Jahren rechnet. Welche Geräte im Haushalt sonst noch viel Strom ziehen, steht in Strom sparen im Haushalt. Besonders groß ist der Vorteil des Trockners bei dicken Sachen wie Daunenjacken, die auf dem Ständer tagelang brauchen und dabei leicht verklumpen. Wie du sie richtig trocknest, liest du in Daunenjacke waschen. Was für die Leine und was für den Trockner spricht, wenn es nicht um den Winter geht, haben wir in Trockner oder Wäscheleine gegenübergestellt.
Wenn der Trockner zu lange braucht oder ein neuer her soll
Braucht dein Trockner für eine normale Ladung deutlich länger als früher, liegt es oft an einem vollen Flusensieb oder einem zugesetzten Wärmetauscher. Wie du beides sauber bekommst, steht in unseren Artikeln Trockner reinigen und Trockner-Kondensator reinigen. Überlegst du dagegen, dir für den Winter einen Trockner anzuschaffen oder ein altes Gerät zu ersetzen, hilft dir unser Produktberater, ein Modell zu finden, das zu deiner Wäschemenge und deinem Platz passt.
FAQ
Darf ich Wäsche im Schlafzimmer trocknen?
Besser nicht. Du gibst nachts im Schlaf ohnehin Feuchtigkeit ab, und mit dem Wäscheständer kommt noch einmal einiges dazu. Wenn es keinen anderen Raum gibt, häng die Wäsche morgens auf und lüfte tagsüber mehrmals gründlich.
Darf mein Vermieter verbieten, Wäsche in der Wohnung zu trocknen?
Nach Einschätzung des Deutschen Mieterbunds ist ein solches Verbot unwirksam, auch wenn es im Haus einen Trockenraum gibt. Wäsche in üblichem Umfang zu trocknen gilt als normale Nutzung der Wohnung. Für Feuchtigkeitsschäden haftest du als Mieter aber selbst, deshalb lohnt sich regelmäßiges Lüften auch aus diesem Grund.
Trocknet Wäsche auf der Heizung schneller?
Ja, aber die Feuchtigkeit landet trotzdem in der Raumluft, nur eben schneller. Außerdem gibt ein abgedeckter Heizkörper weniger Wärme an den Raum ab. Ein Wäscheständer in der Nähe der Heizung ist meist die bessere Lösung.
Wie lange muss ich nach dem Aufhängen lüften?
Lüfte direkt nach dem Aufhängen und dann alle paar Stunden jeweils 5 bis 10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster. Kannst du zwei gegenüberliegende Fenster öffnen, geht der Luftaustausch noch schneller.
Bei diesen Informationen handelt es sich (nur) um Vor- und Ratschläge. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit übernommen werden. Nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten an mit Netzspannung betriebenen Elektrogeräten können schwere gesundheitliche Schädigungen und/oder hohe Sachschäden hervorrufen. Arbeiten an einem Gerät während der Garantiezeit können zum Verlust des Garantieanspruchs führen. Bitte vor der Anwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig lesen. Bei Fragen setz dich bitte mit dem Hersteller in Verbindung.
Ähnliche Artikel
Trockner oder Wäscheleine: Was ist besser für deine Wäsche?
Trockner oder Wäscheleine: Was ist besser für deine Wäsche? Wir vergleichen die beiden Methoden ehrlich - was sie mit deiner Kleidung machen, was sie wirklich kosten und welche Methode je nach Material die bessere Wahl ist.
Trockner reinigen: So pflegst du Flusensieb, Wassertank und Sensor richtig
Klamme Handtücher, lange Laufzeiten, muffiger Geruch: Wir zeigen dir, wie du Flusensieb, Wassertank, Feuchtesensor und Türdichtung deines Trockners reinigst und wie oft welches Teil dran ist.
Strom sparen im Haushalt: Wann ein älteres Gerät zum Kostenfaktor wird
Alte Haushaltsgeräte verbrauchen oft mehr Strom als gedacht – so erkennst du, wann sich ein Austausch wirklich lohnt.