Waschmaschine reinigen und entkalken: So werden Trommel, Dichtung und Waschmittelfach wieder sauber

Robert • 7 Min. Lesezeit • Aktualisiert am (Erstveröffentlichung )
Geöffnete Waschmaschine mit verkalkter Türdichtung
Titelbild KI-unterstützt

Zusammenfassung

  • Um deine Waschmaschine sauber zu halten, wasch etwa einmal im Monat bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform und wisch nach dem Waschen Türdichtung und Waschmittelfach trocken.

  • Das Waschmittelfach nimmst du alle paar Wochen heraus und spülst es mit warmem Wasser und einer Bürste aus. Die Falten der Türdichtung wischst du dabei gleich mit aus.

  • Gegen Beläge und Gerüche hilft ein leerer 40-Grad-Waschgang mit 50 g Natron und einem Esslöffel Sauerstoffbleiche. Essig nimmst du besser nicht, er kann die Dichtungen angreifen.

  • Entkalken ist nur bei hartem Wasser nötig. Dafür reichen rund 120 g Zitronensäure in einem 60-Grad-Programm ohne Wäsche.

  • Lass Tür und Waschmittelfach nach jeder Wäsche offen, bis alles trocken ist.

Die frisch gewaschenen Handtücher riechen leicht muffig, in der Gummidichtung sitzen schwarze Punkte, und im Waschmittelfach klebt eine graue Schicht. Das passiert schneller, als man denkt, vor allem wenn fast nur noch bei 30 oder 40 Grad und mit Flüssigwaschmittel gewaschen wird.

Kaputt ist die Maschine deshalb nicht. Wir zeigen dir, welche Stellen du wie oft putzt, welche Hausmittel helfen und wann sich Entkalken lohnt.

Warum wird eine Waschmaschine innen schmutzig?

Mit jeder Wäsche landen Hautschuppen, Fett und Waschmittelreste in der Maschine. Bei niedrigen Temperaturen bleibt ein Teil davon als schmieriger Belag zurück, in dem Bakterien und Schimmelpilze wachsen. Laut Verbraucherzentrale NRW passiert das vor allem, wenn nur bei 30 oder 40 Grad oder nur mit Flüssigwaschmittel gewaschen wird. Dem fehlt meist die Bleiche, die in Pulver-Vollwaschmitteln Keime abtötet.

Dazu kommt Feuchtigkeit. Bleibt die Tür nach dem Waschen zu, trocknen Dichtung und Waschmittelfach nicht ab. Und bei hartem Wasser setzt sich Kalk am Heizstab fest, vor allem bei heißen Programmen.

Diese Anzeichen sprechen dafür, dass deine Waschmaschine eine Reinigung braucht:

  • Muffiger Geruch: Die Maschine oder die frische Wäsche riecht unangenehm. Bleibt der Geruch trotz Reinigung, hilft unsere Selbsthilfe Waschmaschine stinkt trotz Reinigung.
  • Schwarze Punkte: In den Falten der Türdichtung zeigen sich dunkle Flecken. Meist ist das Schimmel, wie du ihn loswirst, steht unter Schimmel im Waschmaschinen-Gummi entfernen.
  • Schmieriges Waschmittelfach: Im Fach oder im Schacht dahinter sitzen graue oder schwarze Reste.
  • Wasser bleibt stehen: Nach dem Programm steht Wasser in der Trommel. Dann ist oft das Flusensieb verstopft.

Waschmaschine reinigen: Schritt für Schritt

Rechne mit einer halben Stunde plus einem Waschgang. Zieh den Netzstecker, bevor du ans Flusensieb gehst.

  1. Waschmittelfach reinigen: Zieh das Fach ganz heraus. Bei den meisten Modellen drückst du dafür eine Entriegelung in der Mitte. Spül es mit warmem Wasser aus und schrubb die Reste mit einer alten Zahnbürste ab. Wisch auch den Schacht dahinter aus. Sichtbaren Schimmel entfernst du mit etwas Allzweckreiniger. Eine bebilderte Anleitung findest du unter Waschmittelfach reinigen.
  2. Türdichtung (Gummi) reinigen: Zieh den Gummi vorsichtig nach außen und wisch die Falten mit einem Tuch und etwas Spülmittelwasser aus. Unten sammeln sich gern Haarklammern, Münzen und Fussel. Wisch danach alles trocken. Mehr zur Pflege des Gummis findest du unter Türdichtung der Waschmaschine pflegen.
  3. Trommel reinigen: Wasch eine Ladung weiße Wäsche bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform. Laut Verbraucherzentrale reicht das, ein Leerwaschgang ist dafür nicht nötig. Riecht die Maschine schon deutlich, nimm stattdessen das Natron-Programm aus der Tabelle unten.
  4. Flusensieb reinigen: Es sitzt meist hinter einer kleinen Klappe unten an der Front. Stell eine flache Schale darunter und leg ein Tuch aus, denn es läuft Restwasser heraus. Dreh das Sieb langsam heraus, entferne Fremdkörper und spül es unter fließendem Wasser ab. Danach wieder fest eindrehen. Manche Maschinen haben kein Sieb, sondern ein selbstreinigendes Ablaufsystem.

Im Video zeigen wir dir, wie du die Fremdkörperfalle öffnest und reinigst.

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Video thumbnail

Pumpt deine Maschine trotz sauberem Sieb schlecht ab, sitzt der Fremdkörper oft tiefer. Prüf dann die Pumpe und den Abwasserschlauch. Alle weiteren Schritte findest du unter Waschmaschine pumpt nicht ab.

Hausmittel oder Waschmaschinenreiniger: Was hilft wogegen?

Nicht jedes Mittel passt zu jedem Problem. Natron hilft gegen Beläge, aber nicht gegen Kalk. Zitronensäure ist es umgekehrt.

MittelHilft gegenSo geht’sHinweis
Vollwaschmittel (Pulver) bei 60 GradBeläge, Keime, Gerucheinmal im Monat mit einer Ladung weißer Wäscheenthält Sauerstoffbleiche
Natron und SauerstoffbleicheBeläge, Geruch50 g Natron und 1 EL Sauerstoffbleiche ins Hauptwaschfach, leerer Waschgang bei 40 Gradwirkt nicht gegen Kalk
ZitronensäureKalkrund 120 g in 0,5 l Wasser lösen, in die leere Trommel, 60 Grad ohne Vorwäschenur bei Bedarf
Maschinenreiniger oder Entkalker vom HerstellerBeläge, je nach Mittel auch Kalknach Angabe auf der Packungauf die Bauteile abgestimmt
Essignicht empfohlennicht verwendenkann Dichtungen angreifen
Hygienespülernicht empfohlennicht verwendenVerbraucherzentralen raten ab, belastet das Abwasser mit Desinfektionsmitteln

Die Angaben zu Natron, Zitronensäure, Essig und Hygienespülern stammen von der Verbraucherzentrale NRW.

Waschmaschine entkalken: Wann es nötig ist und wie es geht

Mit heutigen Waschmitteln und niedrigen Temperaturen sind Kalkablagerungen eher selten, schreibt die Verbraucherzentrale NRW. Ein festes Intervall brauchst du deshalb nicht. Ob sich Entkalken lohnt, hängt von deiner Wasserhärte ab. Die findest du auf der Website deines Wasserversorgers. Über 14 Grad deutscher Härte (°dH) gilt Wasser als hart.

  1. Lösung ansetzen: Löse rund 120 g Zitronensäurepulver (etwa sechs gestrichene Esslöffel) in einem halben Liter Wasser.
  2. In die leere Trommel geben: Gieß die Lösung direkt in die Trommel. Wäsche kommt nicht hinein.
  3. Programm starten: Wähl ein 60-Grad-Programm ohne Vorwäsche.
  4. Nachspülen: Lass danach einen Spülgang laufen, damit keine Reste in der Maschine bleiben.

Nimmst du einen gekauften Entkalker, halte dich an die Dosierung auf der Packung und verwende nur Mittel, die ausdrücklich für Waschmaschinen gedacht sind, zum Beispiel die Schnellentkalker aus unserem Pflege-Sortiment. Kommt die Wäsche trotz Entkalken kalt aus der Maschine, liegt es eher am Heizstab. Was du dann prüfen kannst, steht unter Wäsche kommt kalt aus der Waschmaschine.

Wie oft solltest du deine Waschmaschine reinigen?

WannWas
nach jeder WäscheWäsche gleich herausnehmen, Dichtung und Waschmittelfach trocken wischen, Tür und Fach offen lassen
alle paar WochenWaschmittelfach herausnehmen und ausspülen, Türdichtung gründlich auswischen
etwa einmal im MonatWaschgang bei 60 Grad mit Vollwaschmittel in Pulverform
alle paar Monate oder wenn Wasser stehen bleibtFlusensieb reinigen
nur bei hartem Wasser und bei Bedarfentkalken

Steht in deiner Gebrauchsanleitung etwas anderes, gilt die Anleitung. Hat deine Maschine ein eigenes Trommelreinigungsprogramm, kannst du es für den monatlichen Waschgang nutzen.

Diese Fehler machen viele

  • Nur kalt waschen: Wer ausschließlich bei 30 oder 40 Grad und mit Flüssigwaschmittel wäscht, fördert Beläge. Ein 60-Grad-Waschgang im Monat gleicht das aus. Wann 40 Grad reichen und wann es 60 sein müssen, erklären wir am Beispiel von Handtüchern und Spüllappen.
  • Zu viel Waschmittel: Was nicht ausgespült wird, bleibt im Fach und in der Dichtung hängen. Halte dich an die Dosierung für deine Wasserhärte.
  • Bettwäsche und Handtücher zu kühl waschen: Ein heißerer Waschgang pflegt hier Wäsche und Maschine zugleich. Wie das bei Bezügen geht, steht in Bettwäsche waschen.
  • Tür sofort schließen: Die Restfeuchte kann nicht abziehen. Lass Tür und Fach offen, bis alles trocken ist.
  • Nasse Wäsche liegen lassen: Stundenlang in der Trommel nimmt die Wäsche schnell einen muffigen Geruch an. Häng sie gleich auf oder steck sie in den Trockner, den du mit unserer Anleitung Trockner reinigen ebenfalls sauber hältst.
  • Mit Essig putzen: Essig kann laut Verbraucherzentrale die Dichtungen angreifen. Gegen Kalk ist Zitronensäure die bessere Wahl.

Gegen hartnäckige Gerüche wie Benzin oder Diesel hilft unsere Anleitung Benzingeruch in der Waschmaschine.

Wenn Putzen nicht mehr hilft

Manchmal ist nicht Schmutz das Problem, sondern ein Bauteil. Je nach Situation helfen dir diese Wege weiter:

FAQ

Wie oft sollte ich meine Waschmaschine reinigen?

Nach jeder Wäsche lüften und Dichtung sowie Fach trocken wischen, alle paar Wochen das Waschmittelfach ausspülen und etwa einmal im Monat bei 60 Grad mit Pulver-Vollwaschmittel waschen. Das Flusensieb ist alle paar Monate dran.

Kann ich die Waschmaschine mit Essig reinigen?

Besser nicht. Essig kann die Gummidichtungen angreifen. Gegen Beläge hilft Natron mit Sauerstoffbleiche, gegen Kalk Zitronensäure.

Reicht ein Leerwaschgang bei 90 Grad?

Für die Trommel ja, aber Waschmittelfach und Türdichtung bleiben schmutzig. Meist reicht ein Waschgang bei 60 Grad mit Pulver-Vollwaschmittel, das spart Strom und du kannst gleich weiße Wäsche mitwaschen.

Warum riecht die Wäsche trotz Waschgang muffig?

Meist sitzen Beläge in Dichtung oder Waschmittelfach, oder die Wäsche lag nach dem Waschen zu lange in der Trommel. Auch wer nur bei niedrigen Temperaturen mit Flüssigwaschmittel wäscht, hat das Problem öfter. Riecht vor allem Sportkleidung, steckt der Geruch oft im Gewebe selbst, dann hilft unser Ratgeber Schweißgeruch entfernen.

Muss ich auch entkalken, wenn ich nur bei niedrigen Temperaturen wasche?

Selten. Kalk setzt sich vor allem bei heißen Programmen am Heizstab ab. Bei weichem oder mittelhartem Wasser kannst du dir das Entkalken meist sparen.


Quelle: Verbraucherzentrale NRW, Wenn die Waschmaschine müffelt, Stand 23.09.2026


Bei diesen Informationen handelt es sich (nur) um Vor- und Ratschläge. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit und/oder Vollständigkeit übernommen werden. Nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten an mit Netzspannung betriebenen Elektrogeräten können schwere gesundheitliche Schädigungen und/oder hohe Sachschäden hervorrufen. Arbeiten an einem Gerät während der Garantiezeit können zum Verlust des Garantieanspruchs führen. Bitte vor der Anwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig lesen. Bei Fragen setz dich bitte mit dem Hersteller in Verbindung.


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